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Geschäftspartner-Management

Geschäftspartnerprüfung

Bei Rheinmetall verstehen wir unter Geschäftspartnerprüfung bzw. Third-Party Assessment eine Reihe von Hintergrundanalysen zu einem möglichen Geschäftspartner im Vorfeld des Vertragsschlusses. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausschluss möglicher Compliance-Risiken. Hierzu können u.a. Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten des Geschäftspartners, undurchsichtige Eigentümerstrukturen mit der Gefahr von Steuerhinterziehung oder Geldwäsche oder auch Interessenkonflikte in Bezug auf Wettbewerber oder auch Rheinmetall selbst gehören. Zwar haben der Verteidigungs- und der Automotive-Bereich hierbei unterschiedlich gelagerte Risikoschwerpunkte, die frühzeitige Erkennung möglicher kritischer Szenarien hat aber in beiden Bereichen oberstes Gebot.

Die Geschäftspartnerprüfungen finden bei Rheinmetall in einem arbeitsteiligen Verfahren statt. Hierbei führt ein Spezialistenteam in der Rheinmetall-Zentrale standardisierte Hintergrundprüfungen zu den Geschäftspartnern durch und übergibt diese Ergebnisse über spezielle IT-Schnittstellen an die Compliance-Flächenorganisation. Dort finden business-case- und vertragsspezifische Prüfungen durch die operativen Compliance Officer statt.

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Der Geschäftspartnerprüfungsprozess bei Rheinmetall

Integrität in der Wertschöpfungskette

Zum Schutz der Unternehmensreputation und zur Sicherstellung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit erwartet Rheinmetall auch von seinen Lieferanten, Servicepartnern und Kunden regeltreues Verhalten und eine integre Grundhaltung. Dieses gemeinsame Verständnis wurde daher in unserem Supplier Code of Conduct zusammengefasst, der von allen unseren Lieferanten und Dienstleistern verbindlich zu unterzeichnen ist.

Integrität ist somit ein wesentliches Auswahlkriterium für die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Lieferantenvorqualifizierung

Der Rheinmetall-Konzern verfolgt einen strukturierten Prozess zur Qualifizierung neuer Lieferanten. Der Prozess beginnt mit einer Selbsteinschätzung des Lieferanten zu verschiedenen kommerziellen, technischen und sonstigen Parametern. Auf der Grundlage dieser Daten bewerten wir die allgemeine Eignung des Lieferanten. Diese erste Bewertung wird später durch Lieferantenaudits ergänzt.

Supplier Third Party Assessment

Für ausgewählte Lieferanten - basierend auf den Kriterien Geschäftsland, Umsatz und anderen Risikokriterien - wenden wir zusätzlich eine Vielzahl von umfassenden Bewertungsverfahren an. Diese Bewertungen umfassen nicht nur eine gründliche Validierung der Richtlinien, Prozesse und der allgemeinen Verpflichtung des Lieferanten, die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.

Wir führen zudem Hintergrundüberprüfungen der tatsächlichen Leistung des Lieferanten in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsrechte, Arbeitssicherheit, Geschlechtergleichstellung, Antidiskriminierung sowie Umweltschutz durch. Bei relevanten Bewertungsergebnissen wird Rheinmetall zusammen mit dem Lieferanten eine Abklärung der festgestellten möglichen Probleme durchführen. Die endgültige Empfehlung, ob die Transaktion weiterverfolgt werden soll oder nicht, wird von der Fachabteilung Compliance Assessment & Monitoring abgegeben.

Lieferanten-Monitoring

Während der Serienlieferphase überprüft der Einkauf regelmäßig die Qualität und Lieferfähigkeit des Lieferanten. Diese Leistungsindikatoren sind der wichtigste Input für unsere Serienlieferantenbewertung, die regelmäßig aktualisiert und mit den Lieferanten geteilt wird. Wir streben eine kontinuierliche Verbesserung der Lieferantenleistung durch unsere Lieferantenbewertung an. Parallel dazu werden ausgewählte Lieferanten kontinuierlich auf > 1.000 Sanktions-, Strafregister- und weiteren internationalen Datenbanken für adverse media überwacht, einschließlich menschenrechtsorientierter Informationsquellen.

M&A Due Diligence

Akquisitionen, strategische Allianzen und Joint Ventures sind zentraler Bestandteil der kontinuierlichen Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie, um Marktpositionen zu verbessern, bestehende Geschäfte zu ergänzen oder in neue Geschäftsfelder vorzudringen.

Auf Basis einer stetigen Analyse des Unternehmensumfeldes sowie des eigenen Portfolios wird hierfür ein konkreter Plan mit Handlungsempfehlungen definiert. Potenzielle Zielunternehmen werden gemäß gruppenweit gültiger Handbücher bzw. Richtlinien mit standardisierten Prozessen wie z. B. umfangreicher Due-Diligence-Verfahren einer sorgfältigen Chancen-Risiko-Analyse unterzogen und unter strategischen, kommerziellen, operativen und finanziellen Aspekten bewertet. Im Rahmen eines mehrstufigen Genehmigungsprozesses entscheidet der Vorstand und je nach Transaktionsvolumen bei Überschreiten definierter Wertgrenzen auch der Aufsichtsrat der Rheinmetall AG über die Durchführung der Akquisitionsvorhaben.

Verbindung zu Regierung, Behörden und Politik

Als Gruppe für führende Technologien in Mobilität und Sicherheit treten wir gegenüber unseren Kunden, unabhängig davon, ob diese aus dem öffentlichen oder privaten Sektor stammen und wie lange die geschäftliche Historie zurückreicht, stets transparent, unvoreingenommen und mit der gebotenen professionellen Distanz auf. Wir setzen nur entsprechend kritisch vorselektierte Berater oder Lobbyisten an der Schnittstelle zu Politik und Behörden ein. Für diese Berater und Lobbyisten gelten dieselben hohen Compliance-Standards wie für die Rheinmetall-Mitarbeiter selbst.

Rheinmetall Defence unterhält Repräsentanzen in Berlin und Brüssel. Rheinmetall entsendet oder beschäftigt keine Mitarbeiter in Ministerien. Zuwendungen an demokratische politische Parteien unterliegen den geltenden Gesetzen sowie internen, oftmals strengeren Compliance-Regularien. Sie fallen in den Zuständigkeitsbereich des Vorstands der Rheinmetall AG, der Genehmigungen restriktiv handhabt.